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Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 11. Vollversammlung von Leibniz INFECTIONS. ©Jessica Lietze/ATB

Am 15. und 16. April kamen die Mitglieder des Forschungsverbunds Leibniz INFECTIONS zur 11. Vollversammlung zusammen. Im Mittelpunkt stand der Austausch über die sieben interdisziplinären Forschungsprojekte zu antimikrobiellen Resistenzen. 

Gastgeber der Veranstaltung war das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) in Potsdam. Das Institut erforscht und entwickelt Technologien sowie Verfahren für eine nachhaltige, ressourceneffiziente Landwirtschaft und Bioökonomie. Es verbindet Grundlagenforschung mit praxisnahen Anwendungen, um Produktionssysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Pflanzenbau und Tierhaltung bis hin zu Lebensmitteln und Biomaterialien – klimafreundlicher, effizienter und kreislauforientiert zu gestalten. Bereits vor dem offiziellen Programm erhielten Interessierte im Rahmen einer anderthalbstündigen Führung Einblicke in die Arbeit des Instituts, unter anderem in Labore und den Windkanal.

In seiner Begrüßung betonte der langjährige Sprecher Professor Ulrich Schaible vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze zur Bewältigung komplexer Herausforderungen wie antimikrobieller Resistenzen (AMR) – also der Fähigkeit von Mikroorganismen, sich gegen Antibiotika zu behaupten. Nach elf Jahren an der Spitze des Verbunds übergab er die Leitung an Professor Thomas Gutsmann, der ebenfalls seit der Gründung 2015 aktiv beteiligt ist. Begleitet wurde die Vollversammlung auch durch den Wissenschaftlichen Beirat: Zwei Mitglieder nahmen vor Ort teil, ein weiteres Mitglied war online zugeschaltet.

Am ersten Veranstaltungstag hatten vor allem die sieben Promovierende im Verbund eine große Bühne: Sie präsentierten ihre Forschungsprojekte, die von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen betreut werden. In Diskussionen mit dem Publikum wurden Ansätze geschärft und Perspektiven erweitert. In einem anschließenden Workshop zur Wissenschaftskommunikation erhielten sie Impulse für spannende und verständliche Präsentationen und konnten das Erlernte auch gleich ausprobieren.

Neue assoziierte Projekte und internationale Kooperationen

Am zweiten Tag rückten die interdisziplinären Verbundprojekte sowie assoziierte Vorhaben in den Fokus. Letztere werden extern finanziert, tragen jedoch durch thematische und methodische Ergänzungen wesentlich zum Gesamtziel des Verbunds bei. Drei neu aufgenommene Projekte (EU-TULIP, OHIS-Zoo, AIRISK) wurden erstmals vorgestellt. Zudem wurde die indische Wissenschaftlerin Dr. Tanvi Khera digital zugeschaltet, die Kooperationsmöglichkeiten im Bereich AMR und Sepsis, einer lebensbedrohlichen Immunreaktion auf Infektionen, präsentierte. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt vor allem auf der antikörpervermittelten Prävention und der Entwicklung von Immuntherapien gegen kritische bakterielle Krankheitserreger, darunter auch solche, die eine Sepsis auslösen.

In anschließenden Arbeitsgruppen diskutierten die Beteiligten den Stand der sieben Kernprojekte und legten gemeinsam die nächsten Schritte fest. Bei der abschließenden Plenumssitzung gab Professorin Christina Hölzel von der Universität Kiel stellvertretend für den wissenschaftlichen Beirat folgendes Statement: „Wir sind beeindruckt von der hohen Qualität der Präsentationen der Promovierenden. Die Projekte sind überzeugend konzipiert. Aktuell sehen wir keinen Bedarf für grundlegende Korrekturen.“ Und Thomas Gutsmann betonte: „Die Atmosphäre hier war sehr offen und produktiv. Neue Ideen entstehen genau dann, wenn Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenkommen und miteinander sprechen. Besonders erfreulich ist, dass aus diesen Kooperationen neue, extern geförderte Projekte hervorgehen.“ Er kündigte an, dass es eine Ausschreibung insbesondere für junge Forschende geben wird. Es sollen Startkapitalprojekte von bis zu 25.000 Euro unterstützt werden, um innovative Ansätze, auch in der Wissenschaftskommunikation, anzustoßen.

 

2026 04 VV BegrussungCKerstinNeesProf. Dr. Ulrich Schaible, ehemaliger Sprecher des Forschungsverbunds Leibniz INFECTIONS begrüßte die rund 40 Teilnehmer zur 11. Versammlung. ©Kerstin Nees, Leibniz INFECTIONS

2026 04 VV StaffelstabubergabeCKerstinNeesProfessor Ulrich Schaible (links) übergab den Staffelstab an den neuen Sprecher des Verbunds, Professor Thomas Gutsmann vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum. © Kerstin Nees, Leibniz INFECTIONS