Die Zahl der Antibiotikarezepte in deutschen Arztpraxen sank 2025 um 11,5 Prozent auf 27 Millionen und liegt damit erstmals seit der Corona-Pandemie wieder unter dem Niveau von 2019. Das ist eine gute Nachricht im Hinblick auf Antibiotikaresistenzen. Denn die umsichtige Verordnung von Antibiotika ist ein wichtiges Element zur Resistenzprävention.
Das Forschungsnetzwerk AiRisk analysiert einen bislang wenig beachteten Übertragungsweg für Krankheitserreger: Staub aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Ziel ist es, bislang unzureichend verstandene Mechanismen der luftgetragenen Übertragung besser zu erfassen und daraus wirksame Präventionsstrategien abzuleiten.
Im Podcast „Mikroben im Visier“ erläutern Forschende des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena, wie die Raman-Spektroskopie resistente Bakterien innerhalb weniger Stunden nachweisen kann. Die Methode könnte künftig helfen, schneller wirksame Antibiotika auszuwählen und den Einsatz von Breitbandantibiotika zu reduzieren.
Mit einer neuen Verordnung passt die spanische Arzneimittelbehörde AEMPS die Verpackungsgrößen von Antibiotika an aktuelle Behandlungsleitlinien an. Damit sollen Resistenzen durch Selbstmedikation mit Resten früher verordneter Antibiotika verhindert werden.
Dr. Megarsa Jaleta hat im Forschungsverbund Leibniz INFECTIONS zu Antibiotikaresistenzen bei Ferkeln geforscht. Im Mai 2026 hat er seine Dissertation an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Freien Universität Berlin erfolgreich verteidigt. Die Arbeit untersuchte, wie Hygienemaßnahmen die Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien in der Schweinehaltung beeinflussen und wie sich das Vorkommen von Resistenzgenen zwischen Ferkeln und mit deren Alter verändert.