Migration hat die genetische Vielfalt der Tuberkulose-Erreger in Hamburg erhöht. Die lokale Übertragung wird jedoch weiterhin vor allem von etablierte Erregerstämmen geprägt; zugleich unterscheiden sich einzelne Subtypen deutlich in ihren Übertragungsmustern. Das zeigt eine kürzlich in Genome Medicine veröffentlichte Langzeitstudie.
Wie entstehen und verbreiten sich resistente Tuberkuloseerreger? Eine der bislang größten Genomstudie zur Tuberkulose in der Ukraine zeigt, dass ein großer Teil der arzneimittelresistenten Erreger zu wenigen, eng verwandten Erregergruppen gehört. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer kontinuierlichen genomischen Surveillance von Tuberkulose und anderen antibiotikaresistenten Erregern. An der Studie war Prof. Dr. Stefan Niemann vom Forschungsverbund Leibniz INFECTIONS beteiligt.
Die INFECTIONS-Forscherin Dr. ir. Margo Diricks vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) wurde mit dem Gertrud-Meissner-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt ihre herausragende Arbeit im Bereich der Mykobakteriologie.
Die Zahl der Antibiotikarezepte in deutschen Arztpraxen sank 2025 um 11,5 Prozent auf 27 Millionen und liegt damit erstmals seit der Corona-Pandemie wieder unter dem Niveau von 2019. Das ist eine gute Nachricht im Hinblick auf Antibiotikaresistenzen. Denn die umsichtige Verordnung von Antibiotika ist ein wichtiges Element zur Resistenzprävention.
Das Forschungsnetzwerk AiRisk analysiert einen bislang wenig beachteten Übertragungsweg für Krankheitserreger: Staub aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Ziel ist es, bislang unzureichend verstandene Mechanismen der luftgetragenen Übertragung besser zu erfassen und daraus wirksame Präventionsstrategien abzuleiten.