Antibiotika-Resistenzen sind ein weltweites Problem. Während die Situation in Europa und den USA gut erforscht ist, gibt es viele Regionen der Erde, über die wenig bekannt ist. In verschiedenen Projekten untersucht der Forschungsverbund Leibniz INFECTIONS die Resistenzlage im südlichen Afrika, wo ungefähr doppelt so viele Menschen an resistenten Erregern sterben wie in Europa. Wie die Resistenzen entstehen, wie sie sich ausbreiten und welche Gegenmaßnamen sinnvoll sind – darum geht es in Folge 7 des Podcasts „Mikroben im Visier“.
Jede sechste bakterielle Infektion spricht nicht mehr auf gängige Antibiotika an – WHO fordert verstärkte Überwachung und verantwortungsvollen Einsatz.
Mitglieder des Forschungsverbunds Leibniz INFECTIONS waren an einer neuen Studie beteiligt, die die Evolution von Antibiotikaresistenzen bei Haemophilus influenzae Bakterien untersuchte. Die Studie zeigt, dass sich die Krankheitserreger schnell an gängige Beta-Laktam-Antibiotika anpassen können. Die genetischen Veränderungen und ihre Folgen sind jedoch erstaunlich unterschiedlich und schwer vorherzusagen. Manche Mutationen machen die Bakterien sogar anfälliger gegenüber anderen Wirkstoffen.
Dr. Margo Diricks vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum wurde auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie e. V. (DGHM) in Jena mit dem Becton Dickenson (BD)-Forschungspreis für ihre herausragende Weiterentwicklung diagnostischer Strategien bei schwer identifizierbaren und schwer therapierbaren Lungenerregern ausgezeichnet.
In München ist wieder Oktoberfest. Und die rund sechs Millionen Menschen auf der Theresienwiese hinterlassen ihre Spuren auch im Abwasser von Klärwerken. Diese hat ein Forschungsteam vom Leibniz-Forschungsverbund INFECTIONS genauer untersucht. Warum sie das gemacht haben und was dabei herausgekommen ist, erzählen die Wissenschaftler in Folge 6 des Podcasts „Mikroben im Visier“.