Sprache auswählen

NEUIGKEITEN

Die Zahl der Antibiotikaverordnungen in der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland ist im Jahr 2025 mit 27 Millionen Verschreibungen wieder deutlich zurückgegangen (Zi-Grafik, bearbeitet).

Die Zahl der Antibiotikarezepte in deutschen Arztpraxen sank 2025 um 11,5 Prozent auf 27 Millionen und liegt damit erstmals seit der Corona-Pandemie wieder unter dem Niveau von 2019. Das ist eine gute Nachricht im Hinblick auf Antibiotikaresistenzen. Denn die umsichtige Verordnung von Antibiotika ist ein wichtiges Element zur Resistenzprävention.

Vertragsärztinnen und Vertragsärzte in Deutschland haben 2025 weniger Antibiotika verordnet als im Jahr zuvor. Die aktuellen Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigen einen Rückgang von rund 30,5 Millionen Verordnungen im Jahr 2024 auf etwa 27 Millionen im Jahr 2025. Damit setzte sich der langfristige Trend zu einem zurückhaltenderen Einsatz von Antibiotika in der ambulanten Versorgung fort. Bereits vor der Corona-Pandemie war die Zahl der Verordnungen über mehrere Jahre gesunken: Zwischen 2016 und 2019 ging sie von rund 34 Millionen auf etwa 29 Millionen zurück.

Antibiotika-Einsatz in der ambulanten Versorgung wieder rückläufig

Während der Pandemie sanken die Verordnungszahlen zunächst besonders stark. Ursache waren unter anderem Schutzmaßnahmen und dadurch weniger Infektionen. 2020 wurden knapp 21,5 Millionen Antibiotika-Verordnungen registriert, 2021 rund 19,5 Millionen. Mit dem Ende der Maßnahmen und einer wieder zunehmenden Infektionsbelastung stiegen die Zahlen ab 2022 zunächst wieder an. 2024 lagen sie erstmals wieder über dem präpandemischen Niveau des Jahres 2019. Im europäischen Vergleich zählt Deutschland laut Zi weiterhin zu den Ländern mit einem vergleichsweise niedrigen Antibiotikaverbrauch im ambulanten Bereich.

Der Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Dr. Dominik von Stillfried, wertet die aktuellen Zahlen als Hinweis auf einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika in den Arztpraxen.

Auch bei einzelnen Antibiotikagruppen zeigen sich Veränderungen. Besonders die Verordnung von Fluorchinolonen ging zurück. Diese Wirkstoffgruppe steht wegen möglicher schwerwiegender Nebenwirkungen wie Sehnenproblemen oder neurologischen Störungen seit Jahren im Fokus von Arzneimittelbehörden.

Zurückhaltender Einsatz unterstützt den Kampf gegen Resistenzen

Antibiotika sind unverzichtbar in der Behandlung schwerer bakterieller Infektionen. Gleichzeitig sind Antibiotikaresistenzen weltweit eine zentrale Herausforderung in der medizinischen Versorgung. Ein zurückhaltender und gezielter Einsatz von Antibiotika – also nur bei medizinischer Notwendigkeit und mit dem passenden Wirkstoff – ist entscheidend, um die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen einzudämmen. Je häufiger und breiter Antibiotika eingesetzt werden, desto größer ist der Selektionsdruck auf Bakterien: Unempfindliche Erreger können sich leichter durchsetzen und verbreiten. Die aktuellen Verordnungsdaten geben Hinweise auf einen weiterhin zurückhaltenden Umgang mit Antibiotika in der ambulanten Versorgung. Aus den Verordnungszahlen allein lassen sich aber keine direkten Rückschlüsse auf die Entwicklung von Resistenzen ziehen, da diese auch von weiteren Faktoren beeinflusst werden.

Weitere Informationen

Mitteilung des Zi